Ziele setzen können wir gut.
Listen schreiben, Meilensteine definieren, Erfolge messen – viele von uns sind darin echte Profis. Und trotzdem kennst du vielleicht dieses Gefühl: Du erreichst ein Ziel, hast kurz das Gefühl von Zufriedenheit … und kurz darauf ist da wieder Leere. Oder der nächste Punkt auf der Liste.
Warum ist das so?
Diese Frage hat mich selbst lange beschäftigt. Eine wichtige Perspektive dazu habe ich in dem Buch Lebe nach deinen eigenen Regeln von Vishen Lakhiani* gefunden. Auch wenn der Titel zunächst rebellisch klingt, geht es darin nicht um Egoismus oder Rücksichtslosigkeit – sondern um bewusste Ausrichtung. Um Ziele, die nicht antreiben, sondern tragen.
Die zentrale These:
Wahre Erfüllung entsteht nicht durch Zweckziele, sondern durch Bestimmungsziele.

Was sind Zweckziele?
Zweckziele sind Ziele, die ein Mittel zum Zweck sind.
Du erkennst sie oft an ihrer Formulierung:
- Um attraktiver zu sein, muss ich abnehmen.
- Um anerkannt zu werden, muss ich mehr leisten.
- Um erfolgreich zu sein, muss ich mehr verdienen.
Zweckziele fühlen sich häufig wie Aufgaben an. Wie etwas, das erledigt werden muss, damit danach endlich etwas anderes beginnen darf: Zufriedenheit, Ruhe, Selbstwert.
Sie können motivierend sein – keine Frage.
Aber sie haben einen Haken: Die Erfüllung ist meist kurzlebig. Kaum ist ein Ziel erreicht, taucht das nächste auf. Oder das Ziel verschiebt sich weiter nach hinten. Das Hamsterrad dreht sich weiter.
Energetisch betrachtet halten Zweckziele dich oft im Mangelmodus:
Ich bin noch nicht dort. Ich bin noch nicht genug.
Was sind Bestimmungsziele?
Bestimmungsziele kommen aus deinem Inneren.
Sie beschreiben keinen Zustand, den du erst erreichen musst, sondern eine Qualität, aus der heraus du leben willst.
Zum Beispiel:
- Ich möchte gesund und voller Energie sein.
- Ich möchte echte Nähe in meinen Beziehungen erleben.
- Ich möchte kreativ arbeiten und Freude dabei empfinden.
- Ich möchte mein Leben bewusst gestalten.
Bestimmungsziele sind intrinsisch. Sie fühlen sich nicht nach Zwang an, sondern nach Ausrichtung. Du lebst sie nicht erst irgendwann – du kannst sie jetzt verkörpern, Schritt für Schritt.
Und ja: Aus Bestimmungszielen entstehen ganz automatisch Handlungen, Entscheidungen und auch konkrete Ergebnisse. Aber die Energie dahinter ist eine andere. Es ist kein „Ich muss“, sondern ein „Ich folge“.
Warum wir so oft auf Zweckziele setzen
Wir wachsen in einer Welt auf, die äußere Maßstäbe liebt: Noten, Titel, Einkommen, Status. Kein Wunder also, dass viele Ziele nicht aus uns selbst entstehen, sondern aus Erwartungen – übernommen, nicht gewählt.
Zweckziele geben scheinbare Sicherheit.
Sie sind messbar. Vergleichbar. Anerkannt.
Bestimmungsziele dagegen sind leiser. Sie lassen sich nicht so einfach abhaken. Aber sie verändern deine Frequenz – und damit langfristig dein Leben.
Wie du den Unterschied erkennst
Wenn du dir bei einem Ziel unsicher bist, stell dir diese Fragen:
- Will ich das, weil es mich erfüllt – oder weil ich mir Anerkennung verspreche?
- Fühlt sich dieses Ziel nach Weite an – oder nach Druck?
- Würde ich diesen Weg auch gehen, wenn niemand zusieht?
Dein Körper reagiert oft schneller als dein Kopf. Bestimmungsziele fühlen sich ruhig und stimmig an. Zweckziele oft eng und antreibend.

Ein Beispiel aus dem Alltag
Zweckziel:
„Ich will 5.000 € im Monat verdienen.“
Bestimmungsziel:
„Ich möchte frei über meine Zeit verfügen und mit meiner Arbeit Sinn stiften.“
Das Spannende: Wenn du dem Bestimmungsziel folgst, entstehen äußere Ergebnisse häufig nebenbei – mit mehr Leichtigkeit und weniger innerem Widerstand. Die Richtung stimmt, und das verändert alles.
Zweckziele sind nicht falsch – aber sie sind nicht der Anfang
Zweckziele dürfen Meilensteine sein. Sie sind nicht das Problem.
Das Problem entsteht, wenn sie dein innerer Kompass werden.
Bestimmungsziele geben deinem Leben Tiefe.
Zweckziele dürfen folgen – nicht führen.
Fazit: Ziele als Frequenz-Entscheidung

Die Ziele, die du wählst, bestimmen nicht nur, was du erreichst –
sondern wie du unterwegs bist.
Wenn deine Ziele aus Mangel entstehen, fühlt sich der Weg schwer an.
Wenn sie aus deiner Essenz kommen, verändert sich deine Frequenz –
und damit auch dein Alltag, deine Entscheidungen und dein Erfolg.
Du musst nicht höher zielen.
Du darfst ehrlicher zielen.

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